Author - harry60

Dein Grund­ton G

Wahr­heits­su­cher — Anpas­sungs­fä­hig­keit — Hin­ga­be — Aus­glei­chung — Frei­geist — Sinn­su­che  — Wißbegierde

G 1Men­schen mit Grund­ton G sind Wahr­heits­su­cher. Sie benö­ti­gen ein geis­ti­ges Gebäu­de, um das Leben zu ver­ste­hen. Sie den­ken in grö­ße­ren Zusam­men­hän­gen, sie inter­es­sie­ren sich für den Men­schen und das Mensch-Sein ins­ge­samt. Sie kön­nen sich unent­wegt phi­lo­so­phi­sche Fra­gen stel­len und suchen nach dem, was die Welt im inners­ten zusammenhält.

Das Mensch-Sein im gro­ßen Kon­text bewegt und inter­es­siert sie. Dabei sind dies kei­ne Men­schen, die rigi­de an einer Phi­lo­so­phie, Theo­lo­gie oder Reli­gi­on hän­gen. Sie inter­es­sie­ren sich nicht für die “wis­sen­schaft­li­che” oder “gesell­schaft­li­che” Wahr­heit, für Theo­rien oder Theo­re­me. Dies wäre schon eine Ein­engung. Es  ist viel­mehr so, dass sie den höhe­ren Sinn suchen, den höhe­ren Sinn im Gan­zen, im Mensch-Sein, in allen Zusammenhängen.

Sie haben ein gro­ßes Bedürf­nis nach Stim­mig­keit, Aus­ge­gli­chen­heit und inne­ren Frie­den, weil die­ser sie öff­net für die Erfas­sung des Sinns und der Sinn­zu­sam­men­hän­ge. Sie sind Inner­lich non­kon­form und unan­ge­passt, auch wenn sich dies im äuße­ren nicht offen zeigt. Sie sind frei­geis­tig, bis­wei­len unge­er­det und sie kön­nen auch Welt-Flüch­ter sein. Sie sind immer auf der Suche  nach dem inne­ren Zusam­men­hang der Dinge.

Dabei haben sie ein fei­nes Gespür, ob ein Sinn­zu­sam­men­hang intel­lek­tu­ell oder rein theo­re­tisch kre­iert ist. Sie suchen den Sinn nicht in Theo­rien, Ansät­ze oder der­glei­chen. Sie suchen den Sinn auch nicht in intel­lek­tu­el­len Kon­struk­ten. Sie fra­gen nach dem, was wahr ist und was dahin­ter steht. Und so bekommt ihre Suche nach der Wahr­heit unver­meid­lich einen spi­ri­tu­el­len, geis­ti­gen oder her­me­ti­schen Impuls.

Mensch-Sein ist alles. Sie legen alle Theo­rien ab oder ver­wen­den Theo­rien und Ansät­ze nur als Steig­bü­gel­hal­ter zu einer tief emp­fun­de­nen Wahr­heit, die sie letzt­lich anstre­ben. Dabei tun sie dies alles still und lei­se. Sie müs­sen die­se Suche mit nichts und nie­man­dem tei­len. Die­ses tie­fe inne­re Anlie­gen bekommt die Umwelt oft nicht mit­ge­teilt. Äußer­lich ” funk­tio­nie­ren” Men­schen mit Grund­ton G wun­der­bar in allen mög­li­chen Beru­fen. Der rich­ti­ge Beruf wird erst spät gefun­den, wenn die obi­gen Fra­gen geklärt sind. Ansons­ten kön­nen Sie sich in jedem Beruf zurecht­fin­den und gut dar­in sein. Der Beruf wird als sekun­där emp­fun­den, die inne­re Wahr­heits­su­che als pri­mär. Oft sind Men­schen mit Grund­ton G tief inte­griert in Fami­li­en­sys­te­me und fami­liä­ren Ver­pflich­tun­gen. Ihre inne­re Sinn­su­che und Non­kon­for­mi­tät steht oft in gro­ßem Wider­spruch zu den Regeln, Wer­ten, Ansich­ten und phi­lo­so­phisch-reli­giö­sen Vor­ga­ben in der Fami­lie. Durch die­se Wider­sprü­che ent­steht eine inne­re Span­nung, die sie lan­ge nicht auf­lö­sen kön­nen. Denn: Men­schen mit Grund­ton G über­neh­men die­se Vor­ga­ben nicht ein­fach, haben aber zunächst nichts dem ent­ge­gen­zu­set­zen, bis sie durch eige­ne Sinn­su­che eine tief emp­fun­de­ne Wahr­heit gefun­den haben.

Des­halb kön­nen die­se Men­schen in zwei Wel­ten leben: in einer mate­ri­el­len, all­täg­li­chen Lebens­rou­ti­ne und in einer Welt der Suche nach Zusam­men­hän­gen und Sinn.

Vie­le Men­schen spü­ren sehr tief unbe­wusst fort­wäh­rend den Impuls, sich für tie­fe­re Zusam­men­hän­ge zu öff­nen und nach der Erkennt­nis der­sel­ben zu stre­ben. Aber den­noch zögern Sie, damit nach außen zu gehen. Und das hat einen wich­ti­gen Grund: Sie zögern solan­ge, bis sie das Gefühl haben, bei der Wahr­heit ange­kom­men zu sein und die Sinn­zu­sam­men­hän­ge auf eine für sie völ­lig zufrie­den­stel­len­de Wei­se erfasst zu haben. Vor­her kom­men sie nicht mit ihren Erkennt­nis­sen hin­ter dem Ofen vor.

Erst dann kön­nen sie sich öff­nen für die Öffent­lich­keit und einen neu­en Weg gehen. Wenn Sie die­se Beru­fung gefun­den haben, gehen Sie in etwas Höhe­rem auf und ver­las­sen ihre “pri­va­te Exis­tenz“. Men­schen mit die­sem Grund­ton kön­nen sich völ­lig natür­lich in den Dienst einer höhe­ren Sache stel­len. Dies emp­fin­den sie als ganz natür­lich und als mit ihren Wesen im Einklang.

So kön­nen Sie nach außen gehen und nach anfäng­li­cher Übung die Erkennt­nis­se ihrer tief­sin­ni­gen und kla­ren Sinn­zu­sam­men­hän­ge nach außen geben. Hier­bei müs­sen Sie die Angst vor Ihrer inne­ren Non­kon­for­mi­tät able­gen.  In die­sem Augen­blick kön­nen Sie Schü­ler, Kli­en­ten oder Kun­den haben oder Poli­ti­ker wer­den — je nach erforsch­ten Sinn­zu­sam­men­hang. Ein Mensch mit die­sem Grund­ton tut gut dar­an,  sich lang­sam und behut­sam, aber ste­tig mit die­ser neu­en Situa­ti­on bekanntzumachen.

Die Inku­ba­ti­ons­zeit bei die­sen Men­schen, mit ihrer tie­fen Weis­heit nach außen zu kom­men, kann sehr lan­ge dau­ern. Wenn die­se Men­schen den Grund ihrer Exis­tenz noch nicht erkannt haben, sind sie wie ein Fähn­chen im Wind und ein Spiel­ball ande­rer Men­schen. Sie las­sen sich hier­hin und dort­hin schie­ben. In ihrer Freund­lich­keit nei­gen sie dazu, es ande­ren Recht zu machen, kön­nen sich schwer abgren­zen und kön­nen in ihrer Gut­gläu­big­keit aus­ge­nutzt wer­den. Es fällt ihnen schwer, ein kla­res Ja oder ein kla­res Nein zu sagen.Sie machen die Erfah­rung, dass ande­re Men­schen ihre Gren­zen miss­ach­ten und sich über sie aus­deh­nen. Dies kann Ihnen pas­sie­ren solan­ge sie noch nicht ihre inne­re Ver­an­ke­rung und den Sinn ihrer Exis­tenz gefun­den haben.

Ein­fach einen Sinn­zu­sam­men­hang zu ver­brei­ten, der nicht ihre vol­le intui­ti­ve und intel­lek­tu­el­le Klar­heit gefun­den hat, ist ihre Sache nicht.

Erst wenn Sie über die­sen Weg Ihre Beru­fung gefun­den haben, haben sie ihren wahr­haf­ti­gen und wah­ren inne­ren Ort gefun­den. Dann gehen sie nach außen mit all ihrem ver­blüf­fen­den Erfah­rungs­schatz und den Ent­de­ckun­gen der Weis­heit, die Sie gemacht haben und suchen Ihren Ort im Außen.

Den­noch ist der Weg in die Öffent­lich­keit für Sie nicht leicht. In der Öffent­lich­keit zu erschei­nen war für sie oft nicht not­wen­dig. Aber sie ler­nen schnell. Wenn Men­schen mit Grund­ton G zunächst in sehr klei­nen Schrit­ten begin­nen, macht sie das selbst­si­cher in einer Welt des Exper­ten­tums. Durch das Fort­schrei­ten in klei­nen Schrit­ten erfah­ren die­se Men­schen Mut und Zuver­sicht, grö­ße­re Schrit­te zu wagen. Dadurch sind die­se Men­schen irgend­wann voll­kom­men in der Lage, in der Öffent­lich­keit zu ste­hen und einer Sache zu dienen.

Den sichers­ten Platz, den sie haben, um nach außen zu gehen ist ihre inne­re Ver­bin­dung mit den Sinn­zu­sam­men­hän­ge, die sie gefun­den haben. Dies ist der Platz ihrer größ­ten Kraft für Ihre Akti­vi­tä­ten in der Außenwelt.

Men­schen mit die­sem Grund­ton sind oft All­roun­der — Sie sind in ihrer Suche nach dem Sinn sehr weit her­um gekom­men, habe dabei aber kein spe­zia­li­sier­tes Exper­ten­wis­sen gesam­melt. Das macht sie oft unsi­cher. Die­sen Men­schen ist zu emp­feh­len, sich inner­halb ihrer Beru­fung auf ein The­ma zu spe­zia­li­sie­ren. Meist inter­es­sie­ren Sie sich für hei­le­ri­sche oder per­sön­lich­keits­ent­wi­ckeln­de Tätig­kei­ten. Dort kön­nen Sie Ihre Erkennt­nis­se und Erfah­run­gen mit suchen­den Men­schen am bes­ten tei­len. Sie kön­nen jedoch auch jedes belie­bi­ge ande­re The­ma wäh­len, für das sie den Sinn ent­deckt haben — zum Bei­spiel den tie­fe­ren Sinn des Geldes.

Ihre Sinn­su­che und ihr gro­ßes Bedürf­nis, Sinn­zu­sam­men­hän­ge zu ent­de­cken, macht sie sehr neu­gie­rig und wiss­be­gie­rig. Sie rei­sen und lesen ger­ne. Sie hören Musik und inter­es­sie­ren sich für Kunst und Kul­tur. Sie kön­nen sich in Phi­lo­so­phien und Theo­rien ein­ar­bei­ten  immer auf der Suche nach einem tie­fe­ren Sinn sein. Wenn Sie ein The­ma kalt lässt, kann es ihre Beru­fung nicht sein.

Haben die­se Men­schen Ihren Weg gefun­den, äußern sie sich zunächst gern in einem klei­nen, geschütz­ten Rah­men. Viel­leicht haben sie eine klei­ne Pra­xis, oder eine klei­ne Coa­ching­grup­pe oder ein klei­nes Audi­to­ri­um. Es geht Ihnen nie­mals vor­der­grün­dig um gesell­schaft­li­che Orden oder Aner­ken­nung. Sie kön­nen es genie­ßen, wenn dies ein Bestand­teil ist, aber Sie suchen in ihren Wesens­kern immer die Sinn­zu­sam­men­hän­ge. Geld, Aner­ken­nung, ein Rang oder ein Orden moti­viert sie nicht wirklich.

ins­ge­heim suchen die Men­schen im Außen und sind sehr neu­gie­rig. Aber in Wirk­lich­keit suchen sie Inne­re Zusam­men­hän­ge und wie die Welt funk­tio­niert. Die­se Men­schen war­ten sehr lan­ge auf ihren Ruf. Sie tre­ten nicht vor­her in Akti­on. Wenn Sie ihre Beru­fung nicht fin­den, tre­ten Sie nicht in Akti­on. Erst wenn Sie Ihrem inne­ren Ruf klar hören, sind Sie bei sich ange­kom­men. Nun heißt es nur noch: sich nach außen geben und sei­nen Ruf leben.

Die Beru­fung kann sich bei Ihnen zei­gen durch ein plötz­li­ches  Gefühl, sie kann aber auch durch eine schmerz­li­che Schick­sals­si­tua­ti­on ange­sto­ßen wer­den. Die­se Men­schen sind sehr fried­lich,  freund­lich, unauf­dring­lich, sie sind ange­neh­me Zeit­ge­nos­sen, sehr anpas­sungs­fä­hig und suchen Har­mo­nie in ihren Bezie­hun­gen. Sie tun nie­man­dem etwas zu Lei­de. Sehr lan­ge Zeit haben Sie das Gefühl, nicht zu wis­sen, was für Sie in die­sem Leben ansteht. Sie emp­fin­den sich manch­mal als “Dasein ohne Grund”, wie bestellt und nicht abgeholt.

Sie kön­nen Bahn­bre­chen­des leis­ten, und neue inno­va­ti­ve Ansät­ze nach vor­ne brin­gen, jen­seits aller wis­sen­schaft­li­chen und theo­re­ti­schen Lehr­mei­nun­gen. Sie sind kei­ne Schul­phi­lo­so­phen, Scho­las­ti­ker oder Theo­re­ti­ker, son­dern Inno­va­to­ren, Grenz­über­schrei­ter und Impulsgeber.

Ihr Zugang zum Sinn ist unmit­tel­bar, selbst-erfah­ren, durch­drun­gen, tief­sin­nig. Die Gedan­ken­gän­ge sind sehr ver­netzt, krea­tiv und zusam­men­hän­gend. Wenn die­se Men­schen sich ent­schei­den, ihr Wis­sen nach außen zu brin­gen, hört die Mensch­heit neue Din­ge, mit einer Leich­tig­keit und Selbstverständlichkeit.