Was ist ein Archetyp?

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Was ist ein Archetyp?

Der Grund­ton ist ein Archetyp

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Ich lade dich zu einem klei­nen gedank­li­chen Expe­ri­ment ein.

Nimm dir für einen kur­zen Augen­blick Zeit, set­ze dich ent­spannt hin, schlie­ße die Augen und tue nun folgendes:

Stel­le dir eine Rose vor.

Nun beob­ach­te ein­mal dich selbst: was ist gesche­hen? Du hast dir eine Rose vor­ge­stellt und kurz danach hast du ver­mut­lich vor dei­nem geis­ti­gen Auge eine wun­der­schö­ne Rose gese­hen, mit dun­kel­ro­ten Blü­ten­blät­tern, dem Stil und sei­nen Dor­nen. War das schwer? Nein!

War­um eigent­lich nicht?

Du kannst sehr ein­fach inner­halb weni­ger Augen­bli­cke ein wun­der­schö­nes Bild einer Rose abru­fen. Es ist in uns als “Idee”, als “Struk­tur”, als inne­res Bild vorhanden.

Bei solch einem Bild han­delt es sich um einen Arche­typ.

Stell dir aber nur ein­mal vor, du gehst in eine Gärt­ne­rei, in einem Blu­men­la­den, in dei­nen Gar­ten oder machst einen Spa­zier­gang und dort fin­dest du eine Rose.

Dann wirst du fest­stel­len, dass dies eine ganz indi­vi­du­el­le Rose ist, die sich von der Rose, die dane­ben blüht, sehr wohl unterscheidet.
Die eine Rose ist viel­leicht grö­ßer wie die ande­re, in der Far­be inten­si­ver wie die ande­re, viel­leicht ist die eine schon ver­welkt und die ande­re geht gera­de erst auf.

Du hast es also hier mit ver­schie­de­nen, indi­vi­du­el­len Rosen zu tun.

Die Vor­stel­lung, was eine Rose ist, also das Bild, das in dir auf­taucht, das ist ein Arche­typ. Ein Arche­typ ist eine Idee, ein Mus­ter, eine onto­lo­gi­sche, all­ge­mein­gül­ti­ge Vor­la­ge, die sich die indi­vi­du­el­len Rosen, die man über­all fin­det, zu Nut­ze machen, um sich indi­vi­du­ell zu gestalten.

Der Arche­typ ist immer das All­ge­mei­ne, die Idee, das, was für alle ein­zel­nen, indi­vi­du­el­len Aus­prä­gun­gen gilt. Die­sen Arche­typ haben alle Indi­vi­du­en gemein­sam, sie sind alle ein indi­vi­du­el­ler Aus­druck des glei­chen Archetyps.

Also: die ver­schie­de­nen indi­vi­du­el­len Rosen, die du siehst, haben alle eins gemein­sam: Sie sind eine Rose in ihrer beson­de­ren und spe­zi­fi­schen Ausprägung.

Und nun ver­stehst du auch, was ein Grund­ton ist. Ein Grund­ton ist ein Arche­typ. Es gibt unzäh­li­ge Men­schen mit dem glei­chen Grund­ton, d. h. sie fol­gen der glei­chen Idee und sie tra­gen in sich etwas Gemein­sa­mes, näm­lich ihren arche­ty­pi­schen Grund­ton. Den­noch prä­gen alle die­se Men­schen die­sen Grund­ton höchst indi­vi­du­ell aus.

Des­halb sind Men­schen, die den glei­chen Grund­ton haben, also die glei­che Struk­tur besit­zen, trotz­dem höchst unter­schied­lich. Den Men­schen des glei­chen Grund­tons ist aber das Grund­sätz­li­che, das All­ge­mei­ne die­ses Tones gemeinsam.

So — nun wun­de­re dich nicht, wenn du in der Beschrei­bung des Grund­tons etwas fin­dest, von dem du das Gefühl hast, dass dies nicht so ganz zu dir passt. Das kann sehr wohl sein. Du trägst in dir höchst spe­zi­fi­sche, indi­vi­du­el­le Aus­prä­gung dei­nes arche­ty­pi­schen Grund­tons. Aber das All­ge­mei­ne, Grund­sätz­li­che die­se Tones wirst du bei dir wie­der­fin­den und dich rich­tig gese­hen und beschrie­ben fühlen.

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